TRINKWASSERQUALITÄT IN ÖSTERREICH

In Österreich gehört Trinkwasser zu den reinsten und am strengsten überwachten Lebensmitteln. So kann Österreich nahezu 100 % seines Trinkwassers aus Grund- und Quellwasser gewinnen, das dank natürlicher Filterung im Boden sehr gut vor Verunreinigungen geschützt ist. Doch es gibt viele Faktoren, die die Qualität unseres Trinkwassers beeinflussen und gefährden können. Deshalb zahlt sich die Überprüfung des Leitungswassers in jedem Fall aus.

Kategorie Einflussfaktor Beschreibung & Ursachen Risiko Präventions- & Schutzmaßnahmen
Hausleitungen Bleileitungen Alte Wasserleitungen aus Blei (hauptsächlich vor 1973 verlegt). Bleiabgabe ins Trinkwasser besonders bei saurem oder weichem Wasser. Besonders problematisch bei längerem Wasserstillstand. Hoch Kompletter Austausch der Bleileitungen; Regelmäßige Wasseranalysen; Wasser vor Gebrauch ablaufen lassen; Verwendung von Wasserfiltern als Übergangslösung ⚠️
Hausleitungen Korrodierte Leitungen Alterungsbedingte Korrosion von Metallrohren (Eisen, Stahl, Kupfer). Rostpartikel und Metallionen können ins Wasser gelangen. Besonders bei alten Installationen (>40 Jahre). Mittel Regelmäßige Inspektion der Rohrleitungen; Sanierung/Austausch alter Leitungen; pH-Wert-Stabilisierung des Wassers; Korrosionsschutzmaßnahmen
Armaturen Armaturen Veraltete oder minderwertige Wasserhähne, Ventile und Fittings. Materialabgabe (Messing, Nickel, Chrom) besonders bei neuen Armaturen oder nach längeren Standzeiten. Mittel Verwendung zertifizierter Armaturen (ÖVGW-geprüft); Spülung nach Installationsarbeiten; Vermeidung langer Standzeiten; ggf. Einbau von bleifreien Armaturen (z.B. Keramik)
Hausleitungen Arbeiten an Wasserleitungen Reparatur-, Wartungs- und Installationsarbeiten können Verunreinigungen einbringen. Temporäre Druckabfälle, Verschmutzungen durch unsachgemäße Arbeiten oder kontaminierte Werkzeuge. Hoch Hygienische Arbeitsweise nach ÖVGW-Richtlinien; Desinfektion nach Reparaturen; Spülung des Leitungssystems; Nachkontrollen und Wasseranalysen ⚠️
Landwirtschaft Nitrat Überdüngung mit stickstoffhaltigen Düngemitteln und Gülle. Nitrat gelangt ins Grundwasser und kann besonders für Säuglinge gefährlich werden (Methämoglobinämie). Grenzwert: 50 mg/l. Mittel Düngeverordnung und Nitrat-Aktionsprogramm; Wasserschutzgebiete ausweisen; Gewässermonitoring und regelmäßige Kontrollen; Förderung ökologischer Landwirtschaft
Landwirtschaft Pestizide & Herbizide Rückstände von Pflanzenschutzmitteln können ins Grundwasser gelangen. Besonders persistent wirksame Substanzen wie Atrazin, Glyphosat und deren Abbauprodukte sind problematisch. Mittel Reduzierung des Pestizideinsatzes; Verwendung biologischer Schädlingsbekämpfung; Pufferstreifen entlang von Gewässern; Regelmäßige Rückstandsanalytik
Brunnen & Quellfassungen Land-Forstwirtschaft, Umwelt Wasser versickert über die Bodenschichten zur wasserführenden Schicht. Je länger dieser Versickerungsprozess dauert, desto "unbeeinflusster" ist das Wasser von negativen Umweltfaktorenis. Eintrag von Biomasse undNährstoffen und landwirtschaftlichen Produkten Mittel bis hoch Einbauten sollten am Stand der Technik und gegen Außeneinflüsse geschützt sein. Regelmäßige Kontrollen - zumindest der Bakteriologie, Sanierungsmaßnahmen ⚠️
Wasserstagnation Stagnationswasser Wasser, das längere Zeit in Leitungen steht, kann Schadstoffe aus Rohrmaterialien aufnehmen und Keimwachstum begünstigen. Besonders problematisch bei warmen Temperaturen. Mittel Regelmäßiger Wasserwechsel in den Leitungen; Wasser vor Gebrauch ablaufen lassen; Optimierung der Leitungsführung; Temperaturkontrolle in Warmwassersystemen
Wasserstagnation Totleitungen Leitungsabschnitte ohne regelmäßigen Durchfluss (stillgelegte Bereiche, Stichleitungen zu nicht genutzten Anschlüssen). Ideale Bedingungen für Verkeimung und Biofilmbildung. Hoch Rückbau nicht benötigter Leitungsabschnitte; Installation von Spüleinrichtungen; Regelmäßige Zwangsspülungen; Überwachung der Wasserqualität ⚠️
Biologische Faktoren Biofilme "Schleimschichten" aus Bakterien, Algen und anderen Mikroorganismen an Rohrleitungsinnenwänden. Können Krankheitserreger und Fäkalkeime beherbergen. Mittel Regelmäßige Rohrreinigung und Desinfektion; Optimale Fließgeschwindigkeiten gewährleisten; Temperaturmanagement (>60°C Warmwasser); Verwendung geeigneter Rohrmaterialien
Biologische Faktoren Keimhäufung Besonders der Perlator (Siebchen am Wasserhahn) ist anfällig dafür, dass sich hier Keime ansammeln und vermehren. Hoch Regelmäßig Perlator abnehmen und je nach Materialbeschaffenheit reinigen. ⚠️